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Datum
1.8.

Feldarbeit mit Alex Wild & Thorsten Neumann im Werkstatthaus und live auf Instagram (@werkstatthaus)

Diskussion Event Feldarbeit Café / Projektraum / Konzertlocation
Do, 19:30–21:30 Uhr
Keine Tickets verfügbar
Raum: 00.02 (Café / Projektraum)

Im August freuen wir uns auf eine ganz besondere Feldarbeit. Zu Gast sind Alex Wild (Tätowierer, Mode-, Kunst- und Musikliebhaber) und Thorsten Neumann (Leiter des Werkstatthauses). Beide kennen und schätzen sich seit vielen Jahren. Viele Werke von Alex Wild zieren den Körper von Thorsten Neumann. Alex Wild ist seit 2009 selbstständiger Tätowierkünstler, mit avantgardistischem künstlerischen Anspruch gestaltet er in direkter Interaktion mit seinen Kunden individuelle Werke auf der Haut. In den Jahren 1996-2006 war er als Graffitiwriter und DJ unter dem Pseudonym „Mixmonster Morock“ fest in der Hip Hop Szene verankert und Teil von Just Rockin Records. Mit Live-Bands, im Radio und als Club-DJ war er deutschlandweit aktiv – sein Stil war geprägt vom Turntablism und den US-Mixtapes der 90er Jahre… Beruflich bestimmten Mode, Streetwear und HiFi sowie Jobs im Nachtleben seine berufliche Laufbahn von 1996-2008.

 

Thorsten Neumann ist seit vielen Jahren aktiver Teil der Stuttgarter Kunst- und Kulturszene. Neben seinen künstlerischen Projekten (Galerie der Kulturdirektion, Self Service Open Art Space, White Heat & Palermo Galerie) war Thorsten Neumann Inhaber und Geschäftsführer der Agentur Gold & Wirtschaftswunder sowie des Club Rocker33 und der Dresden Bar. Von 2019 bis 2021 arbeitete er als Marketing Manager für die Große Landesausstellung “Fashion?!” und die neu gestaltete “Dürnitz” im Landesmuseum Württemberg. Seit Juni 2021 ist Thorsten Neumann Leiter des Werkstatthauses in Stuttgart.

 

Inspiriert von den Archiven von Joseph Beuys, Anna Oppermann, Hans Peter Feldmann oder Peter Piller und von künstlerischen Strategien, die sich mit dem Sammeln und Archivieren von Objekten auseinandersetzen, greift die Feldarbeit die Tradition der mündlichen Überlieferung (Oral History) auf. Im Erzählen begegnen sich Geschichte, Realität und Fiktion. Das Format bietet einen Rahmen, um zu hinterfragen, wie Geschichte überliefert wird, welche Fakten und Artefakte den Wahrheitsgehalt der persönlichen Geschichte ausmachen und welche Rolle das Individuum bei der Produktion und Rezeption der eigenen Geschichte spielt.

 

Dabei geht es nicht in erster Linie um einen wissenschaftlichen Diskurs, sondern um einen spielerischen und informellen Umgang mit dem Thema Erinnerung und persönlicher Geschichte. Die Feldarbeit kann als autobiographische Spurensuche verstanden werden, die sich mit erzählerischen Mitteln der eigenen Lebensgeschichte zu nähern versucht. Der Blick zurück erfolgt dabei immer aus der gegenwärtigen Perspektive und sozialen Situation, in der sich Fakten und Fiktionen permanent durchdringen.

 

Die Feldarbeit ist ein freies Format, in dem sich popkulturelle, kunsthistorische und historische Diskurse verschränken und der Vortragende auf unterschiedliche Medien zurückgreifen kann.  Mit Musik, Büchern und Texten sind Erinnerungen verbunden, die als Mittel der Sozialisation und Identifikation dienen. Im Idealfall löst die Feldarbeit beim Besucher den Impuls aus, einen Moment innezuhalten und über die eigene Identität und Geschichte nachzudenken.

 

Der Ablauf und die Vorbereitung sind sehr einfach.

Jeder Gast kann 5-10 Medien mitbringen. Ob Buch, Film oder Tonträger (CD; Stream) ist egal. Es geht, wie oben beschrieben, um eine autobiographische Spurensuche. Wie sind wir zu der Person geworden, die wir sind, was hat uns nachhaltig geprägt. Die mitgebrachten Medien sollten einen Bezug zum Vortragenden haben. Welche Bücher, Musik oder Filme haben Spuren hinterlassen oder vielleicht sogar den Anstoß gegeben, den Beruf zu ergreifen. Jeder hat solche Dinge, an die er sich immer wieder gerne erinnert oder die ihm heute vielleicht peinlich sind. Spannend wird es immer dann, wenn der oder die Vortragende bereit ist, persönliche Anekdoten oder Erlebnisse im Zusammenhang mit dem jeweiligen Medium preiszugeben. Die intimen Abende waren in der Vergangenheit immer die schönsten.